Ein Dokument der Volksverdummung
Wie die Bundestierärztekammer Tierhalter zum Impfen ermahnt und welche Unwahrheiten sie dabei verbreitet
Die Bundestierärztekammer (BTK) hat soeben ein Merkblatt über Impfungen an Katzen, Hunden und Pferden herausgegeben, in dem die Tierhalter zu regelmäßigen Impfungen angehalten werden. In einem Begleitschreiben der BTK heißt es:
“Sehr geehrte Damen und Herren,
zu Ihrer Kenntnis und weiteren Verwendung senden wir Ihnen zwei
Merkblätter für Tierhalter, die zur Auslage in der Tierarztpraxis gedacht
sind. Sie sollen den Kampagnen von "Impfgegnern" mit sachlichen
Argumenten entgegentreten. Die Merkblätter - eine knappe Kurzfassung und
eine ausführlichere Langfassung - sind in der BTK-Geschäftsstelle in
Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachausschüssen und externen Experten
wie Prof. Horzinek, Prof. Truyen und Prof. Thein entstanden. Die
Merkblätter werden auch beim Deutschen Tierärztetag in Magdeburg
ausgelegt und im Maiheft des Deutschen Tierärzteblattes abgedruckt.
Mit freundlichen Grüßen"
(...)
Bundestierärztekammer”
Bevor wir uns das Merkblatt (Langversion) im Detail ansehen, wollen wir erst einmal erläutern, was die BTK ist und wer die erwähnten Experten sind.
Die Bundestierärztekammer:
Die BTK ist KEINE Behörde oder dergleichen. Sie ist lediglich eine Art Dachverband von 17 deutschen Landestierärztekammern und diversen Vereinen. Die etwa 31.000 Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland sind nicht Mitglieder der BTK, das sind sie nur bei ihren jeweiligen Länderkammern.
Die Landestierärztekammern sind öffentlich-rechtliche Körperschaften und nehmen vom Staat übertragene öffentliche Aufgaben wahr wie etwa die Regelung der ärztlichen Berufsordnung und Weiterbildung.
Die BTK hingegen ist nur ein Verein ohne staatlichen Auftrag. Es ist wichtig, das zu erläutern, weil “Bundestierärztekammer” so offiziell klingt. Doch es handelt es nur um eine Interessenvereinigung, man könnte auch sagen, einen Lobbyverband.
Die Experten:
Professor Uwe Truyen ist ein umtriebiger Hochschulveterinär und läßt keine Gelegenheit aus, Propaganda für jährliche Impfungen zu machen. Und dies, obwohl er als Wissenschaftler die internationale Forschung zur Dauer des Immunschutzes, zu Impfnebenwirkungen usw. gut kennen dürfte – auch die neuen Impfrichtlinien aus den USA..
Professor Marian Horzinek ist Kleintiervirologe an der Universität Utrecht und inzwischen im Ruhestand. Auch er kennt die internationale Forschung sehr gut. Seine Einstellung zu Impfhäufigkeit usw. scheint sehr zu schwanken – er hat sich schon ziemlich kritisch geäußert, zum Beispiel in Aufsätzen oder auf Kongressen in Anwesenheit von kritischen US-Kollegen. In pharmafinanzierten Info-Blättchen oder in Interviews mit pharmafinanzierten Tierarztgazetten gibt er sich jedoch deutlich weniger kritisch.
Professor Peter Thein war früher Impfstoff-Forscher beim Pharmaunternehmen Bayer AG und ist heute an der Uni München tätig. Er hat für die Bayer AG mehrere Pferdeimpfstoffe entwickelt und wird in den entsprechenden Patenten als Erfinder aufgeführt.
Und nun zum Text dieses merkwürdigen Merkblattes.
Unsere Kommentare stehen jeweils hinter den Passagen des Originaltextes..
BTK-Text:
Impfen von Hunden, Katzen und Pferden – notwendig oder überflüssig?
Fragen und Antworten, zusammengestellt für Tierhalter
Es gibt in letzter Zeit einige Interessengruppen, die einzelne Impfungen, die Zeitabstände zwischen Wiederholungsimpfungen oder das Impfen generell kritisieren. Die Diskussion wird von den Tierärzten sehr ernst genommen.
Unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse sind nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten aus tierärztlicher Sicht zusammengefasst, um Ihnen als Tierhalter/Tierhalterin die Entscheidung für oder gegen eine Impfung zu erleichtern.
Unser Kommentar:
Von “Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse” kann hier leider keine Rede sein. Im Gegenteil. Es müßte vielmehr heißen: “unter Ignorierung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse”. Denn in diesem Merkblatt wird systematisch ignoriert, was die internationale Forschung zur Dauer des Immunschutzes nach Impfungen gegen Virusinfektionen und zu adversen Impfreaktionen sagt.
BTK-Text:
Warum sollte ich mein Tier impfen?
Der Sinn einer Impfung besteht darin, eine Erkrankung zu verhindern oder dafür zu sorgen, dass sie deutlich kürzer und milder verläuft. Viele Infektionskrankheiten, gegen die geimpft werden kann, können nicht behandelt werden und sind absolut tödlich. In Deutschland zugelassene Impfstoffe haben in aufwendigen Studien ihre Wirksamkeit bewiesen und werden ständig weiterentwickelt.
Unser Kommentar:
An der Wirksamkeit einiger in D. zugelassener Impfstoffe bestehen begründete Zweifel. Professor Truyen sollte das wissen. Er ist selbst Ko-Autor einer Studie, bei der vier verschiedene Staupe-Impfstoffe an Hunderten von Welpen angewendet wurden. Dabei traten enorme Unterschiede in der Wirksamkeit der Produkte zu Tage. Auch diese schlechten Impfstoffe kamen mit dem Segen der Zulassungsbehörde auf den Markt. – Desgleichen die Impfstoffe gegen Katzenschnupfen: Erkrankungen durchgeimpfter Katzen sind alles andere als selten – bewiesene Wirksamkeit? Desgleichen der Impfstoff gegen die Feline Infektiöse Peritonitis: In einer Studie erkrankten von 20 damit geimpften Kätzchen zwölf, von 20 ungeimpften zehn – ist es das, was wir uns unter “bewiesener Wirksamkeit” vorstellen sollen
BTK-Text:
Die Impfung ist eine einfache und sichere Methode, mit der Sie Ihr Tier vor Leiden schützen und Behandlungskosten sparen können. Bei Ihrer Tierärztin/Ihrem Tierarzt liegen Broschüren aus, in denen die einzelnen Krankheiten beschrieben werden.
Unser Kommentar:
Daß diese Broschüren von Impfstoffherstellern finanziert werden, daran nimmt man in der Tierärzteschaft keinen Anstoß. Es ist ja völlig normal, daß man Hand in Hand mit der Industrie arbeitet und “informiert”. Wie unabhängig mögen wohl die Autoren dieser pharmafinanzierten Broschüren sein? Werden wir mit solchen Industrieschriften neutral informiert?
BTK-Text:
Der Tierarzt berät und prüft für Sie,
welche Impfungen bei Ihrem Tier aufgrund der Haltung des Tieres und der regionalen Ausbreitung von Tierkrankheiten oder -seuchen
sinnvoll sind,
ob Ihr Tier gesund ist oder Risikofaktoren vorliegen,
welcher Zeitpunkt für die Impfungen richtig ist,
welcher Impfstoff geeignet ist.
Klassische Infektionskrankheiten sind dadurch zurückgedrängt worden, dass immer mehr Tiere regelmäßig geimpft werden. Die steigende Lebenserwartung unserer Haustiere ist ein klarer Erfolg konsequenter Impfungen. Viele, oft tödlich verlaufende Krankheiten treten jedoch immer noch tagtäglich regional auf. Bei Kleintieren sind das besonders Staupe, Parvovirose, Tollwut, Katzenleukämie und Katzenseuche, beim Pferd Tetanus, Herpes und Influenza
Weil viele Krankheiten seltener geworden sind, besteht eine gewisse “Impfmüdigkeit”. Ungeimpfte Tiere leben dabei praktisch auf Kosten der geimpften Tiere: Von der Gesamtheit einer Tierart, der Population, müssen 70 bis 80 Prozent geimpft sein, damit sich Infektionskrankheiten nicht zu einer Epidemie ausweiten können. In einer gut durchgeimpften Population kann es für ein einzelnes Tier möglich sein, ohne Impfung gesund zu bleiben.
Unser Kommentar:
Auch in nicht geimpften Populationen, in denen diese Infektionen vorkommen, bleiben viele Tiere gesund. Oder will hier etwa jemand behaupten, daß früher, bevor es die Impfungen gab, alle Katzen, Hunde und Pferde an Infektionen gestorben wären? Gab es ständig Epidemien von Staupe, Katzenseuche usw.? Nein, natürlich nicht. Diese und andere Erreger haben früher sicherlich mehr Opfer gefordert als heute. Aber auch ohne Impfungen haben viele Tiere überlebt. Die meisten Infektionskrankheiten sind vor allem für die Jungtiere bedrohlich.
In Untersuchungen an wildlebenden Katzen wurde gezeigt, daß 80 bis über 90 Prozent von ihnen Antikörper haben gegen Katzenseuche (Panleukopenie, felines Parvovirus). Das bedeutet: All diese völlig ungeimpften Tiere hatten Kontakt mit dem Erreger – das haben sie überlebt, und sie sind für den Rest ihres Lebens immun dagegen.
Ein weiterer entscheidender Aspekt: Es ist richtig, daß Herdenimmunität (= Immunität einer Tierpopulation) einen hohen Prozentsatz an geimpften Individuen erfordert. Das bedeutet aber überhaupt nicht, daß diese Tiere jährlich geimpft werden müßten. Herdenimmunität erreicht man nicht durch jährliche Impfungen, sondern durch Impfung eines möglichst großen Anteils der Population.
Und sie ist auch nur dann erreichbar, wenn die Impfstoffe gute Immunität gegen die aktuell vorkommenden Erreger verleihen. Das ist bei vielen Tierimpfstoffen überhaupt nicht der Fall, zum Beispiel bei Leptospirose, Borreliose, Zwingerhusten, Katzenschnupfen oder Pferde-Influenza. Hier kann es keine Herdenimmunität geben, egal, wie oft man impft. Diese Impfstoffe geben entweder keine sterile Immunität (dh, es kommt trotz Impfung regelmäßig zur Infektion, so daß durchgeimpfte Tiere Virenausscheider sind), oder sie schützen nur gegen wenige der vorkommenden Erreger, weshalb auch durchgeimpfte Tiere erkranken.
BTK-Text:
Dies kann sich im Laufe der Zeit ändern, wenn die Immunität in der Population nachlässt. Wenn in zu großen Abständen oder gar nicht mehr geimpft wird, kann der Impfschutz der gesamten Tierpopulation zusammenbrechen. In Finnland sind z. B. im Jahr 1995 mehr als 5.000 Hunde an den Folgen einer Staupeinfektion gestorben.
Unser Kommentar:
Die 5000 Staupe-Opfer in Finnland sind ein Beispiel, mit dem gewisse Hochschulveterinäre besonders gern hausieren gehen. Betrachten wir doch einmal die Fakten:
Bei Ek-Kommonen et al. (Veterinary Record, Okt. 1997) kann man nachlesen, daß bei dieser Epidemie die meisten erkrankten Hunde geimpft waren, 41 Prozent waren voll durchgeimpft. Es zeigte sich, daß unter den geimpften erkrankten Hunden überproportional viele einen bestimmten Staupe-Impfstoff (Dohyvac) erhalten hatten, dh es waren mehr, als es dem Marktanteil dieses Produkts entsprochen hätte.
Ek-Kommonen et al. konstatieren denn auch: "Outbreak of disease is the ultimate test for a vaccine." (“Der Krankheitsausbruch ist der ultimative Test für einen Impfstoff.”) Und: "Efficiency of vaccines should be reviewed periodically." (“Die Wirksamkeit von Impfstoffen sollte in gewissen Zeitabständen überprüft werden.”) Die Epidemie erlosch, nachdem Dohyvac vom Markt genommen war und die Hunde andere Vakzinen bekommen hatten.
Die finnische Staupe-Epidemie beweist einmal mehr, daß es nichts nützt, wenn man Hunden schlechte Impfstoffe gibt. Die helfen auch nicht, wenn man sie jährlich, monatlich oder wöchentlich gibt.
Es grenzt an Unverschämtheit, daß man den Tierhaltern ausgerechnet mit der finnischen Epidemie Angst einzujagen versucht.
BTK-Text:
Besondere Risiken gibt es bei Tieren, die privat oder von Händlern aus dem Ausland mitgebracht werden. Sie sind häufig nicht geimpft bzw. werden mit gefälschten Impfpässen verkauft. Hunde beispielsweise bringen so immer wieder Staupe und Parvovirose ins Land, sogar tollwutkranke Hunde sind schon mitgebracht worden.
Ist Impfen schädlich?
Auch moderne Impfstoffe können im Einzelfall Reaktionen an der Injektionsstelle oder Impfschäden hervorrufen. Das ist tatsächlich auch heutzutage nicht ganz ausgeschlossen. Daher ist es sehr wichtig, dass der Tierarzt vor einer Impfung das Tier untersucht. Ein geschwächtes Immunsystem, falsche Ernährung, Arzneimittel, Stress oder Erkrankungen können die Wirksamkeit der Impfung beeinflussen.
Es gibt ein funktionierendes Meldesystem, das Nebenwirkungen erfasst. Jede Meldung wird geprüft, ob der betreffende Impfstoff die unerwünschten Wirkungen verursacht hat. Gegebenenfalls kann ein Impfstoff von der zuständigen Behörde aus dem Verkehr gezogen werden. Der Nutzen von Impfungen überwiegt insgesamt deutlich die Risiken bekannter Nebenwirkungen.
Unser Kommentar:
Die Behauptung, es existiere ein funktionierendes Meldesystem, geht dermaßen an den Tatsachen vorbei, daß es schon wieder lustig ist. Das Paul-Ehrlich-Institut, die dafür zuständige deutsche Behörde, hatte, als wir uns erkundigten, überhaupt keine Meldungen. Tierärzte melden adverse Impfreaktionen einfach nicht. Dafür gibt es genügend Belege. Nicht zuletzt die Impfsarkome an Katzen: Laut Dr. Martin Kessler beträgt die Risikowahrscheinlichkeit für ein solches Sarkom in D. eins zu 1000. Das PEI aber hat keine einzige Meldung von einem Impfsarkom! Auch adverse Reaktionen nach Borreliose-Impfung, die relativ häufig sind, werden nie ans PEI gemeldet. Oder Staupeimpfvirus-Enzephalitis: im PEI völlig unbekannt! Usw, usf. Von wegen “funktionierendes Meldesystem”!
BTK-Text:
Bei Katzen besteht der Verdacht, dass die Impfungen gegen Tollwut und Leukämie in sehr seltenen Fällen bösartige Tumoren des Bindegewebes (Fibrosarkome) hervorrufen können. Allerdings kann jede Injektion, theoretisch sogar ein Insektenstich, bei einer empfindlichen Katze potentiell Ursache für ein Fibrosarkom sein. Ursachen und Zusammenhänge werden zur Zeit wissenschaftlich geprüft.
Unser Kommentar:
Der Insektenstich als Ursache eines Impfsarkoms ist in der Tat “theoretisch”. In der wissenschaftlichen Literatur ist kein einziger Fall beschrieben. Die US-Experten wären erheitert, wenn sie von diesen “theoretischen Insektenstich-Sarkomen” ihrer deutschen Kollegen hören würden ... Tatsache ist: Diese Sarkome entstehen an typischen Impfstellen. Und: Je öfter eine Katze geimpft wird und je mehr Impfstoffe sie gleichzeitig erhält, desto höher ihr Risiko, einen solchen tödlichen Tumor zu entwickeln.
BTK-Text:
Es ist wichtig, Nutzen und Risiko einer Impfung abzuwägen und gegebenenfalls alternativ vermehrt Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Der Tierarzt wird Sie beraten, welche Impfungen für Ihre Tiere sinnvoll sind. Die Entscheidung sollte individuell getroffen werden.
Unser Kommentar:
Ja, das wäre schön – statt der routinemäßigen Drei- bis Siebenfach-Impfungen, die vielen Tieren reingeknallt werden, mitunter sogar gegen den erklärten Willen der Besitzer.
BTK-Text:
Sind Mehrfachimpfungen sinnvoll?
Impfstoffe enthalten oft mehrere wirksame Bestandteile (Antigene) gleichzeitig, z. B. beim Hund gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose. Es gibt viele verschiedene Kombinationen aber auch Impfstoffe gegen eine einzelne Krankheit. Allerdings sind die Einzelwirkstoffe nicht unbedingt deutlich billiger. Wiederholungsimpfungen werden durch Mehrfachimpfstoffe erleichtert, weil sie nicht zeitlich getrennt vorgenommen werden müssen. Wenn also alle enthaltenen Antigene sinnvoll und notwendig sind, bedeuten Mehrfachimpfungen für das Tier nur eine Injektion und für Sie geringere Kosten, weil nur ein Besuch beim Tierarzt erforderlich ist.
Es gibt keinerlei Daten, die darauf hinweisen, dass Mehrfachimpfungen bei Hund, Katze und Pferd gegenüber Einzelimpfungen Nachteile haben oder schädlich für das Immunsystem wären. Es gibt aber Kombinationen, die nicht empfehlenswert sind, weil sie verschieden lange wirken oder das Alter für die erste Impfung unterschiedlich ist. Welche Impfungen in welcher Kombination für Ihre Tiere sinnvoll sind, sollten Sie individuell mit Ihrem Tierarzt entscheiden.
Unser Kommentar:
Auch dies ist falsch. Es ist, wie schon erwähnt, bewiesen, daß das Sarkomrisiko bei Katzen steigt, wenn sie Mehrfachimpfungen bekommen – je mehr Impfungen auf einmal, desto höher das Risiko. Darüber hinaus gibt es Untersuchungen über die Immunreaktion bei Welpen nach Mehrfachimpfungen. Es deutet einiges darauf hin, daß zumindest genetisch anfällige Jungtiere dadurch geschädigt werden können.
Was die BTK mit den nicht empfehlenswerten Kombinationen meint, hätte man gern genauer gewußt. Sind hier zum Beispiel Kombinationen von Tetanus- und Influenza-Impfstoffen für Pferde gemeint, von denen der eine mehrere Jahre, der andere, wenn überhaupt, nur sehr kurz wirkt? Offenbar scheut man sich, auch nur einen Hauch von Kritik gegen solche Produkte zu äußern. Und der Tierhalter soll gar nichts Konkretes erfahren.
BTK-Text:
Muss immer jährlich geimpft werden?
Bei der Zulassung von Impfstoffen wird festgelegt, in welchen Abständen eine Impfung wiederholt werden soll. Außerdem sind in einigen Fällen rechtliche Vorschriften zu beachten.
Die Tollwut-Verordnung verbietet Heilversuche an tollwutverdächtigen Tieren. Die zuständige Behörde muss die Tötung von Hunden und Katzen anordnen, wenn sie Kontakt mit tollwutkranken Tieren hatten und kein wirksamer Impfschutz vorliegt. Eine jährliche Wiederholungsimpfung gilt als Nachweis eines wirksamen Impfschutzes und kann die Tötung verhindern; sie ist damit vor allem in Regionen wichtig, in denen die Tollwut vorkommt. Außerdem werden bei Reisen ins Ausland in der Regel jährliche Tollwutimpfungen verlangt. Einige Länder wie z. B. Norwegen oder Schweden fordern darüber hinaus weitere Impfungen.
Unser Kommentar:
Es fällt stark auf, wie schnell man hier auf die Tollwutimpfung zu sprechen kommt – die einzige, für die tatsächlich eine gesetzliche Vorgabe zur jährlichen Wiederholung (in tollwutgefährdeten Gebieten) besteht. Für alle anderen Impfungen akzeptiert die Zulassungsbehörde, was die Hersteller beantragen. Und das ist fast immer das umsatzfördernde Ein-Jahres-Intervall, das immunologisch nur ausnahmsweise begründet sein kann.
An die BTK ist an dieser Stelle die Frage zu richten: Warum müssen Katzen und Hunde in den tollwutgefährdeten Bezirken in D. jährlich gegen Tollwut geimpft werden und in den USA nicht? Ist den Experten der BTK nicht bekannt, daß die allermeisten Tollwutimpfstoffe nachweislich mindestens drei Jahre schützen? Ist der BTK nicht bekannt, daß Haustiere in den meisten US-Bundesstaaten nur alle drei Jahre geimpft werden müssen? Und das, obwohl Tollwut in den USA regional viel häufiger unter Wildtieren vorkommt als bei uns!
BTK-Text:
Wiederholungsimpfungen sind entsprechend der Gebrauchsinformation des Impfstoffs vorzunehmen. Dabei ist zu berücksichtigen, wie hoch das Risiko des individuellen Tieres ist, sich anzustecken und wie häufig eine Krankheit regional auftritt (Infektionsdruck). Es gibt Impfstoffe, für die ein zweijähriger Abstand angegeben ist. Die voraussichtliche Schutzdauer hängt von vielen Faktoren ab, z. B. der regionalen Ausbreitung der Krankheit, der Einschleppung durch Fernreisen, der Nachbarschaft zu Ländern mit wenig geschützten Tierbeständen (Osteuropa) und der individuellen Immunitätsbildung.
Unser Kommentar:
Hier stimmt gar nichts. Wiederholungsimpfungen sollten entsprechend den immunologischen Tatsachen vorgenommen werden, nicht entsprechend den Profitinteressen der Hersteller und anderer interessierter Kreise. Ein- oder zweijährliche Impfintervalle sind für Impfungen gegen Virusinfektionen beim Haustier medizinisch ebensowenig gerechtfertigt wie beim Menschen.
Wenn ein mit einem wirksamen Impfstoff geimpftes Tier Kontakt mit Erregern hat, hat es seine natürliche Impfauffrischung (auch “Booster” genannt). Das gleiche passiert, wenn es Kontakt hat mit den ausgeschiedenen Impflebendviren eines frisch geimpften Artgenossen.
Zu “Osteuropa” und “Einschleppung durch Fernreisen”: Was, um Himmels Willen, mag hier wohl gemeint sein? Wir können es nur erraten. Vielleicht ist hier die Einschleppung neuartiger Erreger gemeint. Aber: Wird ein neuartiger Erregerstamm eingeschleppt, helfen weder jährliche noch monatliche noch wöchentliche Impfungen, wenn der Impfstoff nicht das erforderliche Schutzspektrum aufweist.
BTK-Text:
Wenn Sie Ihr Tier nicht pauschal impfen lassen wollen, dann kann der Tierarzt in regelmäßigen Abständen untersuchen, wie hoch der Impfschutz noch ist (Antikörper-Titer-Bestimmung an einer Blutprobe) und Sie können dann gezielt über eine Auffrischung entscheiden.
Unser Kommentar:
Das ist der einzige diskutierwürdige Hinweis in diesem Merkblatt. Titerkontrollen sind besser als unnütze Nachimpfungen. Allerdings: Warum sollte man diesen Aufwand beim Tier treiben, der beim Menschen nur in wenigen Ausnahmefällen (Beispiel: Kontrolle des Hepatitis-B-Schutzes bei Krankenhausbeschäftigten) üblich ist? Titerkontrollen sind nur unter bestimmten Umständen, etwa vor und nach der Erstimpfung der Welpen, wirklich sinnvoll. Beim adulten Tier kann man sie sein lassen. Denn der Immunschutz besteht nicht nur aus Titern, sondern auch aus der zellvermittelten Immunität. Außerdem können ordentlich grundimmunisierte Tiere auch dann einen Schutz haben, wenn ihr Titer sehr niedrig oder nicht mehr meßbar ist.
BTK-Text:
Regelmäßige Impfungen sind allerdings in der Regel unschädlich, praktikabler und billiger.
Unser Kommentar:
“In der Regel unschädlich”: Das sollten sich alle Tierhalter auf der Zunge zergehen lassen, die bei ihrem Tier eine schwere Impfreaktion erlebt haben.
Und wir fragen uns: Was meint die BTK hier wohl mit “regelmäßig”? Höchstwahrscheinlich ist damit gemeint, daß man gemäß den Regeln impfen soll, die die Hersteller aufstellen: also jährlich. Doch die Immunologie sagt uns: Impfungen nach den Regeln der Impfstoffhersteller sind in der Regel überflüssig und sinnlos. Von Immunologie haben die BTK-Experten offenbar keine vertieften Kenntnisse. Hier könnten sie noch viel lernen von den US-Forschern, die die Dauer des Immunschutzes nach Impfungen gegen Virusinfektionen an Katzen und Hunden untersucht haben.
BTK-Text:
Außerdem hängt der Schutz vor Infektionen nicht nur von der maximalen Dauer der individuellen Immunität ab, sondern auch vom Impfschutz der gesamten Population. Dieser ist derzeit nicht sehr stabil, weil nur etwa 15 bis 20 Prozent aller Hunde, Katzen und Pferde konsequent vorschriftsmäßig geimpft werden.
Unser Kommentar:
Auch hier kann es sich wieder nur um die größtenteils unbegründeten Vorschriften der Impfstoffhersteller handeln. – Die oben genannten Angaben von “15 bis 20 Prozent” sind allerdings sehr interessant. Wenn sie wirklich stimmen, dann besteht ja noch Hoffnung für unsere Tiere.
BTK-Text:
Impfungen gegen bakterielle Erreger wie Leptospirose und Borreliose sowie Impfungen mit anderen so genannten inaktivierten Impfstoffen, z. B. gegen Katzenschnupfen, müssen jährlich vorgenommen werden; hier belegen Testinfektionen, dass der Impfschutz etwa ein Jahr anhält.
Unser Kommentar:
Impfungen gegen bakterielle Erreger wie Leptospirose und Borreliose kann man sich in vielen Fällen an den Hut stecken, weil entweder kein Infektionsrisiko besteht oder weil die Impfstoffe gegen die tatsächlich vorkommenden Erregerarten nicht schützen.
Impfungen mit sogenannten inaktivierten Impfstoffen müssen auch beim Tier nicht “jährlich vorgenommen werden”. Es gibt keinerlei immunologische Rechtfertigung dafür. Wenn beim Menschen inaktivierte Impfstoffe (etwa die heutigen Polio-Impfstoffe) viele Jahre halten, dann ist das beim Tier ganz genauso.
Mit dem Beispiel der inaktivierten Katzenimpfstoffe haben die BTK-Experten besonders tief ins Klo gegriffen.
Daß es durch "Testinfektionen" belegt sei, daß Katzenschnupfen-Impfstoffe nur ein Jahr halten, ist einfach nur noch lustig. Mit “Testinfektionen” kann man nämlich sogar belegen, daß die Impfstoffe nicht einmal einen Monat halten – denn diese Produkte (egal, ob mit inaktivierten oder mit Lebendviren) schützen bekanntlich nicht vor der Infektion, sie bewirken keine sterile Immunität. Sie können allenfalls die Krankheitssymptome mildern, was aber bei der Infektion mit dem Schnupfenerreger Calici auch kaum noch der Fall ist, wg. mangelnder Kreuzimmunität gegen die vielen verschiedenen Feldvirusstämme. Das ist weltweit durch Studien hinlänglich belegt – wissen die von der BTK hinzugezogenen Experten davon etwa nichts? Sollten wir so schlecht informierten “Experten” vertrauen?
BTK-Text:
Was empfiehlt der Tierarzt?
Insgesamt bietet die jährliche Impfung bei Hunden und Katzen den besten Schutz für das individuelle Tier und die gesamte Population. Eine Grundimmunität wird bei Hunden und Katzen in der Regel nach zwei bis drei Impfungen im ersten und einer weiteren Impfung im zweiten Lebensjahr erreicht. Das Impfschema kann je nach Impfstoff, Tierart und individuellem Fall unterschiedlich sein.
Unser Kommentar:
Jährliche Impfungen von Hunden und Katzen gegen Virusinfektionen sind immunologisch nicht begründbar und setzen die Tiere völlig unnötigerweise dem Risiko von Nebenwirkungen aus. Ein Beweis für die Notwendigkeit jährlicher Impfungen gegen Virusinfektionen existiert nicht. Kein Wissenschaftler, der sauber arbeitet, könnte einen solchen Beweis erbringen.
BTK-Text:
Bei Pferden sind grundsätzlich halbjährliche Influenza- und Herpes- sowie Tetanusimpfungen im Abstand von zwei Jahren zu empfehlen. Bei Pferden auf Turnieren ist die halbjährliche Wiederholung der Influenza-Impfung vorgeschrieben, um dem besonderen Infektionsdruck zu begegnen.
Unser Kommentar:
Hier hat vermutlich Professor Thein, der Ex-Bayer-Mann und Pferdeimpfstoff-Erfinder, sein Herzensanliegen formuliert. Wir können nur mutmaßen, warum ihm so viel daran liegt, daß Pferde halbjährlich mit Impfstoffen traktiert werden, deren Nutzen in der Wissenschaft und unter Pferdekennern als ziemlich fragwürdig beurteilt wird. Es ist in Forschungsarbeiten gezeigt worden, daß Influenza-Impfstoffe für Pferde vor allem wegen der hohen Veränderlichkeit der Erreger die Tiere nicht vor der Infektion und der Erkrankung schützen. Impfstoffe, die nicht schützen, sollten wir unseren Pferden nicht geben. Für die Tetanusimpfung steht fest, daß sie auch bei Pferden wesentlich länger als zwei Jahre hält.
BTK-Text:
Änderungen von jahrelang erfolgreich durchgeführten Impfschemata müssen sorgfältig geprüft werden und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, um die erreichten Erfolge nicht zu gefährden.
Unser abschließender Kommentar:
Die hier so wärmstens unterstützte jährliche oder halbjährliche Impferei entbehrt der wissenschaftlichen Basis. Ein Beweis, daß jährlich geimpft werden muß, wird auch in diesem BTK-Merkblatt nicht genannt. Als Tierhalter orientieren wir uns daher lieber an der US-amerikanischen Veterinärmedizin. Sie hat gründliche wissenschaftliche Beweise dafür vorgelegt, daß jährliche Impfpläne, wie sie in Deutschland noch immer vorherrschen, medizinisch unhaltbar sind.
© 2003: Monika Peichl
Für umfangreiche Informationen zu den Problemen mit Pferde-Impfstoffen
bedanke ich mich herzlich bei Sabine Müller.
Literatur bei der Verfasserin.